Politik(er)

Joseph de Maistre verstarb 1821. Bereits damals formulierte er: „Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient.“
Unser Land steht in diesem Jahr 2024 vor  Europa-, Landtags- und auch Gemeinderatswahlen.
Die wirklich gute Nachricht: Wir leben in einer echten Demokratie - und dürfen, können, sollten ja müssen unserem staatsbürgerlichen Recht gar unserer Pflicht zur politischen Meinungsäußerung nachgehen.
Eindrücklich formulierte Margot Friedländer beim Deutschen Filmpreis ihre Botschaft: „Seien Sie Mensch. Nie wieder darf geschehen, was im dunkelsten Kapitel der Deutschen Geschichte geschah. Schweigen ist in diesen Zeiten Meinungsäusserung.“
Es steht viel auf dem Spiel in diesem Jahr 2024 - uns bleiben noch genau NEUN JAHRE, damit wir nicht dort (ver)enden, wo wir vor 100 Jahren gelandet sind.
Helmut Schmidt äußerte sich einst wie folgt:
„Wer in die Politik gehen will, soll einen Beruf gelernt und ausgeübt haben, in den er jederzeit zurückkehren kann, denn nur so kann er sich seine Unabhängigkeit bewahren. Er soll die ersten zwanzig Artikel des Grundgesetzes verinnerlicht haben und das übrige in seinen Grundzügen kennen. Er soll die deutsche Geschichte mindestens seit der Französischen Revolution kennen, darüber hinaus auch die Geschichte unserer wichtigsten Nachbarn und außerdem die Geschichte der europäischen Integration. Schließlich aber muß er spätestens nach seiner Wahl ins Parlament sich auf mindestens einem Fachgebiet so weit einarbeiten, daß er sich in diesem Fach auf sein eigenes Urteil verlassen kann.“
Kurz muss man überlegen, ob einem jemand einfällt, der alle Kriterien erfüllt - aus dem Stehgreif wird die Wahrnehmung vom öffentlichen GrünGelbenHickHack bestimmt. Und rot - der Kanzler ist gefühlt auf Tauchgang in seinem imaginären UBoot. 
Was ist nur los in diesem Land - eine Volkspartei hat nur noch Bayern. Das Problem des Populismus - ob nun rechts oder ganz links! Sarah fischt mit ihren Mix aus sozial&national! Danke nein! Die Kombi war vor fast 100 Jahren schon: SCHEISSE! Und so muss man sich aber doch dessen gewiss sein: In einer Demokratie bekommt das Volk die Regierung die es verdient hat. Nicht Gott gegeben, sondern selbst gewählt.

#gedankensplitter


Cinq à sept 

Nicht nur aber eben auch im Herzen von Hamburg auf Pauli sind diese zwei Stunden ein sehr besonderer Zeitkorridor.
Die einen bestreiten frisch geduscht den Weg zur Arbeit - abhängig von der Jahreszeit klettert bereits die Sonne den Himmel empor oder im Schutzmantel der Dunkelheit wird sich der Schlaf aus den Augen gerieben. 
Schon Jan Delay sang: „Auf St.Pauli brennt noch Licht…“ - und es stimmt. 
Hier ist immer was los. Es gibt Kneipen, die haben mittels herbeigerufenem Schlüsseldienst erstmals beim staatlich angeordneten Coronalockdown ihre Türen verschlossen.
Den Menschen mit direkten Ziel Arbeit kommen die Alkohol beseelten Geschöpfe der Nacht entgegen. Nicht selten wird der Gang zur S-Sahn ein ZickZackLauf der besonderen Art. 
Genau in diesen zwei Stunden streifen und kreuzen sich in den entgegenkommenden Augen immer wieder aufs Neue die (noch nicht) endende Nacht und der beginnende Tag. 
Rastlos und oft planlos torkeln die Menschen aus dem einen in den anderen Laden - des Öfteren wird noch ein kurzer Umweg über den nächsten Imbiss, Döner oder die Burgerbude gemacht. 
Teile des Essens verewigen sich auf der Kleidung oder landen direkt auf der Straße - direkt neben dem, was sich der Vorgänger - ein Drink zu viel für die frische Luft - hat nochmals durch den Kopf gehen lassen. 
Die Leuchtreklamen blinken, die Damen stehen Spalier und geizen nicht mit Reizen. 
Der Kiez rund um die Reeperbahn ist einzigartig - nirgendwo wird so heftig gefeiert und so freudig sich jenseits des Ehebetts verlustiert. 
Aber auch weit ab im schönen Frankreich gibt es sie - die Sünde hat sogar einen in allen Teilen der Bevölkerung bekannten Namen: „cinq à sept“ !  Hinter dieser harmlos wirkenden Zahlenkombination verbirgen sich jegliche außerehelichen Affären. Der Begriff leitet sich tatsächlich  von der Tageszeit ab und dies ist die allgemein anerkannte Uhrzeit für diese Stelldicheins, welche dann keiner Rechtfertigung bedürfen. 
Ein ganzes Volk geht zur gleichen Zeit fremd - immer wieder von siebzehn bis neunzehn Uhr. 
Darüber kann ich nur schmunzeln - Pauli lächelt milde - hier ist jeder rund um die Uhr willkommen. Der Unterschied: Die Käuflichkeit - wobei…

#gedankensplitter

KI

Büchse der Pandorra 2.0 - here we go - oder ist KI doch viel harmloser als ich es vermute?
Die entscheidende Frage: Was treiben die Menschen im Jahr 2024 mit oder ohne Intelligenz - und wieso?
Steht eine Revolution auf der Ebene der Optimierung der Optimierung der Optimierung bevor?
Benötigen wir wirklich ein Medium, welches unsere Denktempo unterstützt oder gar übernimmt? Und vor allen Dingen wofür? Oder ist all das am Ende dann doch nur eine Verschlimmbesserung? 
Fragen über Fragen und mitten unter uns wütet sie, die Künstliche Intelligenz. 
Es kann doch nicht richtig sein, dass Menschen mit Hilfe von Programmen förmlich zu „Literaten“ werden - wo ist die Volksmoralität und der Anstand geblieben. 
Ich sehne mich zurück in die Zeit der „von Gutenbergs und Schavans“ und ihren Kampf um die eigene Würde, als es um Plagiatsvorwürfe bei ihren Doktorarbeiten ging.
Jetzt mal Butter bei de Fische:  Wollen wir ernsthaft die Trennlinie der Menschen in puncto Intelligenz aufheben. Wer keine besitzt bedient sich einfach der künstlichen. 
In mir schreit alles, ich kann dem einfach nichts abgewinnen. 
Vor kurzem las ich das Buch Kristall - mitten in der Drogengeschichte des einundzwanzigsten Jahrhunderts taucht auch hier bereits die Welt der KI auf. Das Buch beschreibt bereits im Jahr 2018 ziemlich genau das Zusammenspiel von Substanz Microdosing, Chipimplatanten und KI - alles dreht sich um Optimierung.
Aber liegt darin wirklich der Schlüssel unseres Erfolges? 
Eine Weisheit aus meiner Zeit im Vertrieb ist: Der zuverteilende Kuchen ist immer gleich groß und jeder will stets ein größeres Stück. 
Das Gesetz der unendlichen Optimierung ist folglich unmöglich. 
Viel entscheidender ist aber: Die unendliche Optimierung führt zu psychischen Stress und Erkrankungen und ist das Gegenteil von Achtsamkeit mit sich selbst. 
Ich wünsche mir nicht höher, schneller, weiter - nein es ist Frieden den wir brauchen  - mit uns selbst und der Welt. 
Optimierungswahn ist das genaue Gegenteil. 
In meiner Kindheit hieß es immer: „Der Klügere gibt nach.“ Mein Spielkamerad hatte die richtige Antwort: „Seitdem die Klügeren nachgeben, beherrschen die Dummen die Welt.“
Noch haben wir es in der Hand.

#gedankensplitter


GedankenSplitter 2024

#niewiederistjetzt

2016 nimmt Dunja Hayali die Goldene Kamera für die „Beste Information“ mit den Worten:
„Wenn Sie sich rassistisch äußern, dann sind Sie – verdammt noch mal – ein Rassist. Fertig. Und das müssen Sie auch ertragen können.“ entgegen.
2019 konnte ich sie bei ihrer Lesung von „Hymatland“ erleben. Natürlich kaufte ich das Buch samt Foto und Autogramm. 
Ihren Worten „Keinen Finger breit den Extremisten, Terroristen, Radikalen, Lügnern und Populisten, die uns spalten und uns gegenseitig ausspielen wollen!“ welche aus ihrer viel beachteten Düsseldorfer Rede vom Juni 2019 stammen, fügt sie auf Facebook das Statement: „Eine Mehrheit fällt nicht dadurch auf, dass sie so lange in Schweigen versinkt, bis sie keine mehr ist!“ hinzu. 
Diese Worte fallen mir dieser Tage ein.
Demonstrationen soweit das Auge reicht - man könnte sagen gegen die AFD oder aber noch viel mehr FÜR unsere Demokratie. 
Die Menschen gehen auf die Straße - endlich - ob in Hamburg, München oder Erfurt. 
Die Liste der Städte umfasst nahezu die ganze Republik. 
Mancherorts kommen so viele, dass wegen Überfüllung geschlossen werden muss.
Seit dem Bestehen war Deutschland auch immer rechten Kräften ausgesetzt - ob NSU oder NPD.
Mit der AfD hat es allerdings erstmalig eine Partei geschafft, gleichzeitig jenseits von Schleswig Holstein und Bremen demokratisch in alle Parlamente dieses Landes vorgerückt zu sein. In Umfragen sogar ganz weit vorne auf der Überholspur des Wahljahres 2024.
Mit diesem braun angestrichenen Kammerstück made in Potsdam, welches sich thematisch gefährlich nah mit Deportationen - ein anderes benutztes Wort lässt die ROTE LINIE dennoch überschreiten. 
Demokratisch gewählt ist nicht gleich Demokrat.
Es war der Funke, der lange fehlte um zu mobilisieren. 
Solche DemonstrationsDimensionen - bundesweit - sind mir nicht in Erinnerung. 
Dagegen wirken die „AntiCoronaDemos“ rückbetrachtet nicht nur thematisch wie ein Kindergeburtstag. 
Eins steht für mich fest: „FCK AFD“ ist zu Recht die Kurzform von „Wir sind das Volk.“
Jede einzelne Demonstration tut so verdammt gut. Und Gott sei Dank entspringen die Bilder noch keiner künstlichen Intelligenz. Ich spüre es: #niewiederistjetzt.

#gedankensplitter